Bilanz des Unwetters in Málaga: Alarm aufs Handy, über 200 Liter Regen pro Quadratmeter und Überschwemmungen

Das Tief "Francis" hat die Provinz mit voller Wucht getroffen. Besonders betroffen waren Coín, Cártama und Estepona.

Unwetter in Málaga
Feuerwehrleute im Einsatz in Estepona. Foto: Diputación de Málaga

Unwetter in Málaga

Der heftige Regen, der am Sonntag, den 4. Januar, über der Provinz Málaga niederging, hat in mehreren Gemeinden für Alarm gesorgt.

Das Tief „Francis“ brachte mancherorts mehr als 200 Liter pro Quadratmeter – vor allem im Guadalhorce-Tal und an der westlichen Costa del Sol. Um 14.42 Uhr löste der schrille Ton der Warnnachricht Es-Alert in tausenden Handys die rote Alarmstufe wegen Starkregens aus.

In Cártama stieg der Pegel des Guadalhorce binnen weniger Stunden auf über vier Meter an. Zwar kam es bis zum Abend nicht zu einem Überlaufen des Flusses, doch drei Familien mussten ihre Häuser in der Zone La Dehesa vorsorglich verlassen.

Das Eisenbrücken-Viadukt in Estación de Cártama wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt. Bürgermeister Jorge Gallardo sprach von einer „angespannten Lage“, mahnte aber zur Ruhe und warnte vor Falschmeldungen über angebliche Überflutungen.

Auch in anderen Teilen der Provinz kam es zu teils kritischen Situationen. In Coín, Casares und Benahavís fielen innerhalb weniger Stunden Regenmengen von über 100 Liter.

Unwetter in Málaga
In Estepona trat der Río Manilva über die Ufer.

In Estepona wurden bereits am frühen Morgen Überschwemmungen in der Wohnsiedlung Las Mesas gemeldet. Der Río Manilva trat am Abend über die Ufer, und der Río Guadiaro erreichte in Casares nahezu den Pegel der Hochwassermarke.

Das Messnetz der andalusischen Landesregierung Red Hidrosur verzeichnete bis zum späten Sonntagabend extreme Werte: 190 Liter im Río Grande, 180 in Casarabonela, 150 in Ojén, 130 im Río Genal und über 120 Liter im Gebiet von Guadalmansa.

Geschlossene Geschäfte in Málaga

Auch in der Provinzhauptstadt Málaga sorgte das Unwetter am Sonntag für Einschränkungen. Geschäfte, Museen und Theater blieben geschlossen, die Metro stellte die Linie 2 ein, und mehrere Busverbindungen wurden unterbrochen.

Eine Autofahrerin wurde am frühen Montagmorgen von Feuerwehr und Lokalpolizei aus ihrem Fahrzeug gerettet, nachdem sie im Tunnel an der Avenida del Comandante García Morato am Flughafen Málaga eingeschlossen war. Der Tunnel war wegen einer großen Wasseransammlung gesperrt, die Frau blieb unverletzt.

In Mijas richtete die Stadtverwaltung das Hipódromo Costa del Sol als Notunterkunft für Tiere ein, während die Feuerwehr dort mehr als zehn Einsätze absolvierte, darunter wegen umgestürzter Bäume und eines teilweise eingestürzten Daches.

Nach Angaben von Antonio Sanz, dem andalusischen Innen- und Katastrophenschutzminister, wurden im Laufe des Sonntag über 200 Vorfälle registriert. Die meisten betrafen überflutete Straßen, ansteigende Flusspegel und Wasser in Wohnhäusern.

Die Junta de Andalucía hielt die rote Wetterwarnung bis kurz vor Mitternacht aufrecht. Gegen 22.23 Uhr wurde eine zweite Warnmeldung an die Mobiltelefone gesendet – diesmal als Erinnerung an die geltenden Vorsichtsmaßnahmen.

Am Montag bleibt das Wetter unbeständig: Für den frühen Nachmittag erwartet Aemet erneut anhaltende Niederschläge insbesondere im Osten der Provinz Málaga, bevor sich die Lage ab Dienstag, den 6. Januar beruhigt.

Quellen: Diario SUR, Málaga HOY, Cadena SER

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