Ferdinand Berlin übernimmt ehemaliges Restaurant Life
Im Februar dieses Jahres unterschrieb der vormalige Stammgast und leidenschaftlicher Koch, Ferdinand Berlin, einen fünfjährigen Pachtvertrag für das ehemalige Restaurant Life (später Lifepoint Marbella) dicht neben der A7-Ausfahrt zum Camping Marbella Playa in der Urbanisation Marbesa.
Jahrzehntelang hatten dort deutsche Residenten und Urlauber typisch deutsche Küche, zubereitet vom einstigen Kult-Koch Ingo Baumann, und ein entsprechendes Ambiente genossen, doch der Lack war schon lange ab.
2013 hatte der deutsche Regisseur Thomas Haaf das unter dichten Pinien versteckte Lokal wegen seines schummrig-dekadenten Ambientes als optimale Kulisse für seinen nächsten Film befunden.
Der sollte in der Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts spielen und vom tragischen Leben des norwegischen Künstlers Edvard Munch inspiriert sein, der mit seinem Gemälde ‚Der Schrei‘ zu Weltruhm kam.
Zwei Tage blieb das Life für die Filmarbeiten geschlossen; die gesamte Drehzeit währte nicht länger als zwei Wochen, und uraufgeführt wurde der düstere, dramatische Streifen im renommiertesten Kino Málagas, dem Cine Albéniz.
Neuanfang: aus Life und Lifepoint wird der Berliner Hof
In den Jahren danach blieb das Lokal nahezu unverändert. Ingo Baumann verstarb im Februar 2022 und dessen Ehefrau, Gerlinde Baumann, wollte das Restaurant ohne ihren Mann nicht mehr weiter führen.
Ab April 2024 übernahm die ehemalige Weltmeisterin im Formationstanz, Renate Andresen, das Lokal unter dem Namen Lifepoint Marbella. Nach deren Aufgabe im Januar dieses Jahres beschloss Ferdinand Berlin nach dem Motto „das Leben ist immer für eine Überraschung gut“ dem einstigen Traditionsrestaurant neues Leben einzuhauchen.
Etwa zwei Monate lang wurde das Lokal einer Komplettrenovierung unterzogen und der Inhaber fand auch einen neuen Namen für das altehrwürdige Etablissement. In Anlehnung an seinen Nachnamen heißt das Restaurant jetzt „Berliner Hof“.
Den Gast erwartet im Berliner Hof gediegene deutsche Küche, Pils vom Fass, deutsche und spanische Weine und auch einiges an Unterhaltung.
Seit der Eröffnung am 30. April treten nun freitags wechselnde Musiker auf, es gibt DJ-Partys, und Live-Übertragungen spannender Sportereignisse in deutscher Sprache, wie die Spiele der Fußball-Bundesliga und der Champions-League. Auf Wunsch und bei vorheriger Anmeldung werden gerne auch andere herausragende Events gezeigt. Mit diesem Angebot ist der Berliner Hof in und um Marbella konkurrenzlos.
Das ganze Lokal ist nach der Renovierung heller, freundlicher und damit viel einladender geworden. Dass hier nicht nur viele Töpfe Farbe und reichlich Arbeit investiert wurden, sieht man auf den ersten Blick.
„Ich möchte möglichst bald noch die Auffahrt asphaltieren“, sagt Ferdinand Berlin. Der Mann weiß, was er will und wie er es anpacken kann. Er hat zuverlässige, kompetente Helfer gehabt, sich aber auch selbst schwer ins Zeug gelegt.“… und dabei 15 Kilo abgenommen“, verrät der 70-Jährige.
„Zur Eröffnung waren 150 Leute hier, und wir haben 110 Essen serviert“, fährt er fort. „Man darf sich nur nicht aus der Ruhe bringen lassen“, fügt der Gastwirt hinzu, der sein Team jetzt allerdings erweitert hat.
„Disziplin habe ich ja schon im Internat gelernt“, verrät er, und dass es dort jeden Tag Haferbrei gegeben habe. Ansonsten seien seine Kindheit und Jugend schön gewesen. „Aber nun bin ich hier und darüber froh“.
Mutiger Neustart
Dass er im Alter von 70 Jahren noch einen Neustart hinlegen würde, war eigentlich nicht geplant. Befragt nach seinem ursprünglichen Beruf erklärt er: „Ich war erst Beamter und in verschiedenen Behörden tätig. Auf die Dauer war das jedoch nicht mein Ding, weshalb ich Pfandleiher geworden bin. Und da man in dieser Branche viel mit Schmuck zu tun hatte, wurde ich auch noch Juwelier.“
Einige Sommer lang unterstützte er daneben seine Tochter im Restaurant des renommierten Golfclubs von Trier. „Ich habe immer sehr gern gekocht, und meine Exfrau kam aus der Gastronomie“, begründet er sein Faible für die Kochtöpfe.
Aha, deshalb schmeckt es bei ihm so gut. Die Speisekarte des Berliner Hofs beinhaltet neben Schnitzelvariationen Rumpsteak und Rinderfilet, Flammkuchen, Lachs- und Thunfischtartar, und für den kleineren Appetit werden original Berliner Currywurst, Frikadellen, Grillhähnchen oder Wurstsalat angeboten.
Zu trinken gibt es Softdrinks, frisch gezapftes Pils und Weißbier und gute Hausweine nebst feinstem Champagner. Und als Besonderheit offeriert der Berliner Hof eine Auswahl erlesener und bezahlbarer Tropfen von der Mosel.
Ferdinand Berlin wollte Qualität und ein anregendes Ambiente kreieren, und das ist ihm gelungen. In seinem Lokal hört man deutsche Schlager und Evergreens, Country und freitags Live- oder vom DJ aufgelegte Musik.
Im August macht die Live-Musik indes einen Monat Sommerpause. Los geht es erst wieder im September. Dabei stehen die folgenden Termine schon fest: Am 4. September ist Lesley Harrison zu Gast im Berliner Hof. Am 11. September kommt die spanische Sängerin Gema Cabanas und am 19. September ist Oktoberfest. Dort sorgt die Gruppe „Marbellas Lederhosen“ für ausgelassene Stimmung.
Hin und wieder treffen sich im Berliner Hof die Mitglieder des HSV-Fanclubs Costa del Sol, und die Deutschsprachige Nachbarschaftshilfe Costa del Sol kommt mit Mitgliedern und Freunden einmal im Monat zum gemütlichen Austausch und gutem deutschen Essen.
Der Inhaber ist zufrieden: „Die Resonanz ist erfreulich, der Laden wurde gut angenommen“ zieht Ferdinand Berlin eine positive Bilanz der ersten Monate.
Mehr Information: Ferdinand Berlin steht von Mittwoch bis Sonntag von 18 bis 23 Uhr in der Küche oder hinter der Theke, auf Anfrage bei +34 641 841 282 gern auch außer der Reihe.
























































