Zugunglück bei Adamuz: Iryo bestätigt Wartung nur vier Tage vor der Katastrophe

Unfallursache weiterhin unklar - Zugverkehr zwischen Málaga und Madrid bleibt bis Ende der Woche unterbrochen

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Eisenbahnunfall Adamuz

Das Zugunglück am Sonntagabend nahe der Ortschaft Adamuz in der Provinz Córdoba, bei dem mindestens 39 Menschen ums Leben kamen, lässt weiterhin viele Fragen offen.

Die Strecke verläuft an der Unglücksstelle gerade, die Sicht war gut und das Wetter ruhig. Ein menschlicher Fehler gilt als ausgeschlossen.

Nach Angaben des privaten italienisch-spanischen Bahnunternehmens Iryo wurde der betroffene Hochgeschwindigkeitszug zuletzt am 15. Januar – also nur vier Tage vor dem Unfall – technisch überprüft. Die Ursachen für das Entgleisen bleiben laut dem Betreiber bislang „nicht erklärbar“.

Wie Iryo in einer Mitteilung vom Montag, den 19. Januar, erklärte, sei der Zug mit der Kennung Iryo 6189 auf einem geraden Streckenabschnitt entgleist.

Auch Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente betonte, das Fahrzeug sei „relativ neu“ und stamme aus dem Jahr 2022.

Der Präsident der spanischen Bahngesellschaft Renfe, Álvaro Fernández Heredia, erklärte, dass überhöhte Geschwindigkeit nicht die Ursache gewesen sei.

Der Iryo-Zug fuhr demnach mit rund 210 km/h, der entgegenkommende Renfe-Zug mit 205 km/h – beide unterhalb des erlaubten Tempolimits von 250 km/h.

Der Unfall ereignete sich gegen 19.45 Uhr, als die Wagen 6, 7 und 8 des mit 294 Personen besetzten Zuges entgleisten, auf das Gegengleis gerieten und dort mit einem entgegenkommenden Alvia-Zug (Nr. 2384) kollidierten, der von Madrid nach Huelva unterwegs war. An Bord des Alvia befanden sich rund 100 Reisende.

Iryo sagt Messeauftritt in Madrid ab

Aus Respekt vor den Opfern und ihren Angehörigen hat Iryo seine Teilnahme an der internationalen Tourismusmesse Fitur, die am 21. Januar in Madrid beginnt, abgesagt.

Geplante Pressetermine, bei denen die Unternehmenspläne für 2026 vorgestellt werden sollten, wurden gestrichen.

Das Unternehmen teilte mit, es stehe in ständigem Kontakt mit allen beteiligten Institutionen – dem spanischen Verkehrsministerium, dem Infrastrukturbetreiber Adif, der Junta de Andalucía sowie den Stadtverwaltungen von Adamuz und Córdoba – und werde die Ermittlungen umfassend unterstützen.

Betroffene Reisende können ihre Tickets für gestrichene Verbindungen kostenlos umbuchen oder stornieren. Weitere Informationen zu Fahrplanänderungen sollen in den kommenden Tagen folgen.

Strecke wird erst Ende der Woche wieder frei gegeben

Am Montag blieb der Bahnverkehr zwischen Málaga und Madrid vollständig eingestellt. Reisende mussten auf Alternativen wie Flug, Fernbus oder Mitfahrgelegenheiten ausweichen.

Nach Angaben der spanischen Tageszeitung Málaga HOY waren sämtliche Fernbusse zwischen Málaga und Madrid für den heutigen Montag ausgebucht.

Selbst für den Folgetag, Dienstag, ist die Platzverfügbarkeit stark eingeschränkt. Über Plattformen wie Blablacar bieten Fahrer einzelne Plätze für Mitfahrgelegenheiten an.

Nach Angaben des Infrastrukturbetreibers Adif wird die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Málaga und Madrid voraussichtlich erst Ende dieser Woche wieder freigegeben.

Adif geht davon aus, dass hunderte Meter Gleise, Fahrdrähte und Strommasten beschädigt wurden. Die Sanierung dürfte mehrere Tage dauern.

Parallel arbeitet der Bahnbetreiber Renfe an einem Notfallkonzept, um die Verbindung zwischen Málaga und Madrid teilweise aufrechtzuerhalten.

Geplant ist, Passagiere mit Zügen bis Córdoba zu bringen, dort auf Busse umzusteigen und bis Villanueva de Córdoba weiterzufahren. Von dort würde die Reise wieder mit dem Zug fortgesetzt.

Quellen: Diario SUR, Málaga HOY, Iryo

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